Collaborative Practice (CP)

Collaborative Practice (auch Cooperative Praxis, Collaborative Law oder Collaborative Law and Practice genannt) ist ein innovatives Verfahren, das vor ca. 30 Jahren in den USA entwickelt wurde. Es richtet sich insbesondere an Personen, die die Unberechenbarkeiten von Gerichtsverfahren vermeiden und eigene Lösungen entwickeln wollen. CP erlaubt es den Parteien sowohl den zeitlichen Verlauf des Verfahrens als auch das Resultat selbst zu bestimmen. Während des gesamten Verfahrens sind sie dabei anwaltlich vertreten und können auf weitere Unterstützung zum Beispiel durch Fachpersonen für Paare und Familie, Fachpersonen für Kinder oder Finanzexperten zugreifen.

Was ist anders bei CP?

Alle Konfliktpartner werden durch das CP-Team unterstützt

Das Team setzt sich immer aus einem Anwalt oder einer Anwältin für jede Partei zusammen. Je nach Art des Konflikts und den Bedürfnissen der Parteien können andere CP-Fachpersonen zugezogen werden, um das Team im Verfahren der gemeinsamen Lösungsfindung zu unterstützen.

In familienrechtlichen Fällen können Fachpersonen für Paare und Familien oder für Kinder (also z.B. Kinder- und Familientherapeuten oder Coaches) die Betroffenen unterstützen, mit den emotionalen Schwierigkeiten umzugehen, die das Ende einer Beziehung mit sich bringen kann. Finanzexperten werden beigezogen, um bei finanziellen Ausgleichen Klarheit zu schaffen, die notwendigen Unterlagen zusammenzustellen, Budgets aufzustellen oder mögliche Lösungsalternativen zu entwickeln.

In einer Baustreitigkeit könnte das CP-Team zum Beispiel aus zwei Anwälten und einem Architekten als neutralem Experten bestehen. Das ganze Team arbeitet stets im Interesse beider Parteien zusammen.

 

Die Parteien unterzeichnen einen CP-Vertrag

Zu Beginn des Verfahrens unterzeichnen die Parteien eine Vereinbarung, in der sie sich zur Zusammenarbeit verpflichten. Die Anwälte werden ausserdem verpflichtet, keine Gerichtsverfahren einzuleiten und die Konfliktparteien auch nicht in einem eventuellen späteren Gerichtsverfahren zu vertreten.

Auf diese Weise wird ein sicherer Rahmen für die gemeinsamen Gespräche geschaffen, der es erlaubt, auf eine Lösung hinzuarbeiten. Als Folge dieses Vorgehens sind die Erfolgsraten bei CP-Verfahren sehr hoch. Ein anderer Aspekt der Vereinbarung ist die gegenseitige Informationspflicht. Die Parteien vereinbaren, alle wesentlichen Informationen offenzulegen, damit allseits informierte Entscheidungen getroffen werden können.

 

Strukturiertes Verfahren

Das CP-Team trifft sich vor den Besprechungen, um die aktuellen Fragestellungen und Punkte, die den Parteien wichtig sind, festzulegen. Sie fördern das Verfahren, zum Beispiel indem sie Themen vorbesprechen, die für die Parteien kritisch sind und die einer Vereinbarung im Wege stehen könnten. Bei den gemeinsamen Besprechungen, die nach der vorab erstellten Agenda durchgeführt werden, sind die Konfliktparteien stets persönlich anwesend.

Am Ende der Besprechungen erhalten die Parteien regelmässig Hausaufgaben. Folgetermine werden nur festgelegt, wenn genügend Informationen vorliegen, um in der nächsten Sitzung wesentliche Fortschritte zu machen. Auf diese Weise haben die Parteien eine gute Kontrolle über das Verfahren.

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